Osterei, marmoriert.
Freitag, 10. April 2009. Einsortiert in: Der ganze Rest

Hier mal etwas aus der diesjährigen Eigenproduktion. Ich habe mich zum ersten Mal an Marmorierfarben versucht. Eigentlich ist das ganz einfach: Wasser in Gefäß, Farbe auf Wasser, bisschen Rühren, Gegenstand eintauchen und rausziehen, fertig.
Eigentlich.
In der Praxis ist das alles ein bisschen schwieriger.
- Gefäßgröße vs. Objektgröße. Nach einigen Experimenten kam ich zu dem Schluss, dass es am besten ist, wenn der Radius der Oberfläche des Gefäßes der Länge der Längsachse des Eies entspricht. Ein bisschen mehr vielleicht. Aber nicht viel.
- Eierstempel. Lästig. Das Legedatum interessiert bei ausgeblasenen Eiern ja nicht so sehr. Kriegt man den Stempel irgendwie ab? Hier im Foto habe ich ihn natürlich nach hinten gedreht, aber sichtbar ist er unter der Marmorierung schon.
- Löcher im Ei. Teil des Marmoriervorgangs ist es, das zu marmorierende Objekt unter Wasser zu tauchen. Ich war mir nicht sicher, was passiert, wenn das Ei an beiden Seiten Löcher hat – darum habe ich nur am “dicken” Ende eines reingemacht und den Inhalt “herausgeschüttelt”. Das geht erstaunlich gut, wenn man zuvor mit einem Schaschlikstäbchen oder ähnlichem Werkzeug den Dotter kaputtmacht und ordentlich im Ei rumrührt.
- Hohles Ei. Bei den ersten Versuchen mit den Marmorierfarben habe ich Steine marmoriert. die gehen im Wasser unter wie… naja, wie Steine halt. In dem Fall brauchte ich nur eine kleine Vorrichtung aus zurechtgebogenem Draht, um sie wieder herauszubekommen. Hohle Eier hingegen, die mit dem Loch nach oben ins Wasser getaucht werden sollen, gehen nicht so leicht unter. Respektive gar nicht. Was tun? Ich habe letztlich mit einem Stöckchen nachgeholfen, das ich von oben in das Ei eingeführt und es damit nach unten gedrückt habe. Verlangt ein wenig Fingerspitzengefühl und kein zu dünnes oder spitzes Stöckchen. Eier gehen von innen leichter kaputt als von außen. Fragen Sie ein Küken, wenn Sie mir nicht glauben.
- Aufhängen zum Trocknen. Die Farbe, wenn sie einmal auf dem Objekt haftet, bleibt da auch ganz gut drauf. Vielleicht hätte ich die Eier auch einfach mit den Fingern anpacken können. Allerdings ist die Farbe, solange sie nicht getrocknet ist, schrecklich klebrig. Ich wollte also lieber so wenig wie möglich mit der frischmarmorierten Oberfläche in Kontakt kommen. Die Lösung: aufgebogene Büroklammern, längs durch das Loch ins Ei eingeführt, dann quergestellt, mit einem Faden dran. Oder einfach ein Stück Zahnstocher mit Faden dran. So kann man das Ei nach dem Tauchvorgang sofort an den bereitgestellten Ständer zum Trocknen aufgehängt werden.
- Ständer zum Trocknen. Fantastisches Hilfsmittel, wenn man ihn aufgestellt hat, bevor man mit tropfendem Ei in der Hand panisch um sich schaut.
Ich glaube, das war es so in etwa. Nächstes Jahr gehe ich dann damit in Serie…



















Oh, tolle Farben!
Erinnert mich an meine marmorierten Eier, die noch irgendwo lagern. Vor so zwölf Jahren habe ich mal einen Kurs zum Thema “Marmorieren” abgehalten, da wurden dann solche Eier gemacht und marmoriertes Papier, aus dem kleine Schächtelchen gefaltet wurden.
Liebe Ostergrüße von der Ev
Papier marmorieren und Schächtelchen falten… mein Gott, Sie bringen mich auf Ideen… Danke!