Das sechzehnte Türchen: Hochprozentig.

Jedes Jahr in der Adventszeit wird bei uns der Rumtopf aufgemacht und der leckere Inhalt in Gläser abgefüllt. Viele kennen das vielleicht aus ihrem Elternhaus, aber für mich war es eine ganz neue Entdeckung, als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal einen Rumtopf ansetzte. Den Topf hatte ich für ganze 2 Euro auf dem Flohmarkt erstanden und gefüllt mit allem, was mir an Obst so in die Quere kam: Erdbeeren, Kirschen, Pflaumen, Mirabellen …
Dieses Jahr sind nur Erdbeeren und Kirschen drin, und das Ergebnis ist so schön rot geworden, ich bin ganz verliebt. Sieht man auf dem schlechten Foto leider nicht so, das müssen Sie mir jetzt einfach glauben. Was mich beim ersten Probieren überrascht hatte: die Früchte werden überhaupt nicht matschig, wie ich das gedacht hatte, sondern total lecker knackig, und obwohl so viel “Sprit” drin ist, schmeckt das ganze lecker fruchtig-süß und nicht so schrecklich “alkig”, wie ich zuvor vermutet hätte. Hmmmm.
Ist natürlich absolut nichts für Kinder oder Leute, die Alkohol nicht mögen/dürfen/vertragen, Rum ist eben doch nicht ohne, und die Früchte, die monatelang darin baden, sind ziemliche Knaller. Für alle anderen ist ein Löffelchen davon auf dem Milchreis, zum Vanilleeis, zum Pfannkuchen oder – bei uns sehr beliebt – dem Grießbrei einfach nur eine Köstlichkeit. Und auch als Geschenk oder kleines Mitbringsel immer wieder gern gesehen!
Rezept:
Ich beginne im Frühjahr meist mit Erdbeeren. Die gewünschte (oder zufällig gerade vorhandene) Menge waschen, vierteln und in eine Schüssel geben. Dazu die Hälfte des Fruchtgewichts an Zucker (also bei 500 g Erdbeeren 250 g Zucker), durchrühren und ein bisschen durchziehen lassen. Dann in den Rumtopf geben und so viel Rum (ich benutze 54%igen) hineingießen, dass die Früchte bedeckt wären, wenn sie nicht schwimmen würden. Ich habe schon Tipps gelesen, dass man die Früchte mit einem Teller oder ähnlichem beschweren soll, damit sie unten bleiben. Habe ich mich noch nie mit aufgehalten, wäre mir auch zu viel Sauerei, immer mit dem Teller in dem Topf rumzufuhrwerken. Und bisher ist noch nie irgendwas schlecht geworden.
Deckel drauf und irgendwo in eine kühle Ecke stellen. Das wiederholt man dann immer mal wieder, den ganzen Sommer über, mit allem, was man so zur Hand hat, und rührt dabei auch ab und zu mal ordentlich durch.
Im Winter – bei uns passiert das zur Weihnachtszeit – kann man den Topf dann öffnen und den Inhalt in kleinere Gläser abfüllen. Deckel drauf, beschriften, fertig. Durch den Alkohol und den Zucker braucht man auch keine weitere Konservierung – mir ist bisher noch nie ein Glas verdorben. Wir bewahren angefangene Gläser zwar im Kühlschrank auf, aber mehr aus praktischen Gründen; nötig wäre das vermutlich nicht.
Die Ornamente für die diesjährigen Etiketten habe ich übrigens von der Website Creature Comforts heruntergeladen, dort gibt’s einige schöne Sachen gratis!



























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