Heute ist der vierte Advent, und heute sehen Sie endlich, was seit vier Wochen in voller Pracht bei uns auf dem Wohnzimmertisch prangt: unseren kompletten Advents”kranz”. Die ersten drei Lichter werden komplettiert von einer Handarbeit in einem Erinnerungsstück: eine von mir eigenhändig gerollte Bienenwachskerze, die ich in eine kleine, orientalisch anmutende Metallvase gesteckt habe, die wiederum ein Erbstück von einer weltreisenden Tante ist. Das Rollen von Wachskerzen aus Bienenwachsplatten macht übrigens großen Spaß – allein schon der Duft, der danach noch an den Händen klebt, ist superlecker. Ich hatte das Material von einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt, aber Bienenwachsplatten, Dochte und anderes gibt es auch online.
Auch das dritte Licht ist nicht einfach irgendeines, sondern eines mit Bedeutung. Eine Holzschale, darin ein Teelicht-Halter mit Teelicht, und darum herum einer meiner ersten “Art-Yarn”-Spinnversuche. Für die D-A-Y-S-Aktion der Garnprinzessin wollte ich vier verschiedene Garne jeweils passend zu den Jahreszeiten spinnen. Dieses hier war der erste Versuch, ein weihnachtliches Wintergarn herzustellen: Ein “Kern” aus roter und dunkelgrüner Merinowolle, darum herum ein Faden Mohair in Coil-Technik. Das hat (natürlich) nicht funktioniert, für den Kern hätte ich etwas stabileres nehmen müssen, was ich an dem Tag, als ich gesponnen habe, völlig verdrängt hatte – ich hatte im Hinterkopf, dass man einfach zwei normale Singles nehmen kann. Darum ist dieses Garn komplett instabil – beim leisesten bisschen Dehnung reißt es sofort. Aber irgendwie mag ich es trotzdem, und darum darf es das dritte Licht unseres Adventskranzes umschmeicheln.
Es ist der zweite Advent – also gibt es heute auch den zweiten Teil unseres unkonventionellen Adventskranzes. Dieser Teil hat auch eine besondere Bedeutung für mich, denn darin sind meine ersten Filzversuche verarbeitet: Filzbälle in verschiedenen Größen und ein umfilztes Windlicht. Unter dem Filz steckt ein schlichtes kleines Trinkglas, darin ein normales Teelicht. Besonders bei gedämpfter Beleuchtung im Raum ergibt das ein wunderbar gemütliches Licht. Der Filz um das Glas herum ist nicht gerade perfekt – ich hatte nicht bedacht, dass die Wolle beim Filzen “zusammenschrumpft”, und so richtig dicht ist der Filz auch nicht. Aber das macht nichts, denn wenn es dunkel ist und die Kerze darin brennt, fällt das alles überhaupt nicht auf.
Die ersten Filz-Schritte habe ich mit übriggebliebener Spinnwolle und mit der Hilfe dieses Buches gemacht, das ich Anfängern nur empfehlen kann: Filzen für Einsteiger von Monika und Jürgen Fergg
. Darin wird wirklich vom Schaf bis zum Endprodukt alles genau erklärt, verschiedene Techniken gezeigt und ein paar Anleitungen für Hüte, Kappen und Filzschuhe sind auch enthalten. Und obwohl das Buch mit 64 Seiten nicht waaaaahnsinnig umfangreich ist, ist alles sehr reich bebildert. Wer schon filzen kann, findet hier vermutlich nichts Neues, aber wer sich gerade erst rantraut, für den ist das Buch eine prima Hilfestellung.